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DE - Sprache: Deutsch
MathematikStudium

Matrizen als Abbildungen der Ebene - was eine Matrix macht, Schritt für Schritt

· 17 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Eine 2 × 2-Matrix bildet die ganze Ebene ab - der Punkt (x | y) wird auf den Punkt (ax + by | cx + dy) abgebildet. In ihren Spalten stehen die Bilder der Einheitsvektoren e₁ und e₂, und das übrige Gitter folgt ihnen. Der Betrag der Determinante ad − bc ist der Faktor, mit dem sich Flächeninhalte ändern, und ein negatives Vorzeichen bedeutet, dass Figuren gespiegelt werden.

Wichtige Begriffe

Matrix
Ein rechteckiges Zahlenschema. Eine 2 × 2-Matrix hat zwei Zeilen und zwei Spalten.
Einheitsvektoren e₁ und e₂
Die Vektoren vom Ursprung zu den Punkten (1 | 0) und (0 | 1) - ein Schritt nach rechts entlang der x-Achse und ein Schritt nach oben entlang der y-Achse.
Lineare Abbildung
Eine Abbildung der Ebene, die durch eine Matrix gegeben ist. Der Ursprung bleibt fest, und das Kästchengitter wird zu einem Gitter aus lauter gleichen Parallelogrammen - oder auf eine Gerade oder einen Punkt zusammengedrückt.
Einheitsquadrat
Das Quadrat mit den Ecken (0 | 0), (1 | 0), (1 | 1) und (0 | 1). Sein Flächeninhalt ist 1.
Determinante
Die Zahl ad − bc für die Matrix mit den Zeilen (a b) und (c d). Ihr Betrag ist der Faktor, mit dem sich Flächeninhalte ändern.
Orientierung
Der Umlaufsinn einer Figur, also ob ihre Ecken gegen den Uhrzeigersinn oder im Uhrzeigersinn aufeinander folgen. Eine negative Determinante kehrt ihn um - die Figur wird gespiegelt.

Was meinst du?

Die Matrix M=(21−11)M = \begin{pmatrix} 2 & 1 \\ -1 & 1 \end{pmatrix} bildet das Einheitsquadrat ab, also das Quadrat mit den Ecken (0∣0)(0 \mid 0), (1∣0)(1 \mid 0), (1∣1)(1 \mid 1) und (0∣1)(0 \mid 1). Seine Ecken landen dabei auf den Punkten (0∣0)(0 \mid 0), (2∣−1)(2 \mid -1), (3∣0)(3 \mid 0) und (1∣1)(1 \mid 1). Welchen Flächeninhalt hat die Bildfigur?

Die Idee: Eine Matrix bildet die ganze Ebene ab

Eine Matrix ist ein rechteckiges Zahlenschema. Eine 2×22 \times 2-Matrix enthält vier Zahlen, angeordnet in zwei Zeilen und zwei Spalten:

M=(abcd)M = \begin{pmatrix} a & b \\ c & d \end{pmatrix}

Du kannst sie als Abbildungsvorschrift lesen: Der Punkt (x∣y)(x \mid y) wird auf den Punkt (ax+by∣cx+dy)(ax + by \mid cx + dy) abgebildet. Das gilt für alle Punkte der Ebene zugleich, deshalb verändert sich die ganze Ebene. Sie kann dabei gedreht, gestreckt, schief gezogen oder gespiegelt werden.

Die Vorschrift ist einfacher, als sie aussieht. Du musst nur wissen, wohin zwei Vektoren abgebildet werden: e1e_1, ein Schritt entlang der xx-Achse, und e2e_2, ein Schritt nach oben. Ihre Bilder stehen in den beiden Spalten der Matrix, und das übrige Gitter folgt ihnen.

So verändert die Matrix das Gitter

Klick dich mit den Knöpfen oder den Pfeiltasten Schritt für Schritt durch die Animation. Das blasse Gitter zeigt die Ebene vor der Abbildung, das farbige ihr Bild. Die Pfeile Me1Me_1 und Me2Me_2 sind die Bilder von e1e_1 und e2e_2, also die Vektoren, auf die die Matrix MM sie abbildet.

-11234-112e₁e₂

M = Matrix mit den Zeilen 1; 0 und 0; 1·det M = 1

Schritt 1 von 7
Schritte der Animation. Mit den Pfeiltasten wechselst du zwischen den Schritten.

Das ist die Ebene mit ihrem Kästchengitter. Die Pfeile sind die Einheitsvektoren e₁ und e₂, ihre Spitzen liegen bei (1 | 0) und (0 | 1). Zusammen spannen sie das Einheitsquadrat mit dem Flächeninhalt 1 auf, in das eine Fahne gezeichnet ist.

Alles hängt also an zwei Vektoren. Jeder Punkt setzt sich aus ihnen zusammen, denn der Ortsvektor von (x∣y)(x \mid y) ist x e1+y e2x\,e_1 + y\,e_2. Kennst du die Bilder von e1e_1 und e2e_2, kennst du deshalb das Bild jedes Punktes der Ebene.

Probier es aus: Bau dir eine Matrix

Stell mit den Schiebereglern die vier Einträge der Matrix ein. Das linke Paar ist die erste Spalte, also das Bild von e1e_1, das rechte Paar die zweite Spalte, das Bild von e2e_2. Beobachte das Gitter, das Quadrat und die Fahne, und lies unter dem Bild die Determinante ab.

-4-3-2-11234-3-2-1123Me₁Me₂
Erste Spalte: wohin e₁ geht
a = 2
c = -1
Zweite Spalte: wohin e₂ geht
b = 1
d = 1
Matrix M
Matrix mit den Zeilen 2; 1 und -1; 1
det M = ad − bc
2 · 1 − 1 · (-1) = 3
Flächeninhalt des Bildes des Einheitsquadrats
3
Fahne
nicht gespiegelt

Starte mit

Darauf kannst du achten:

  • die Drehung um 90°90° und die Scherung ändern die Lage oder die Form des Quadrats, aber nicht seinen Flächeninhalt - beide haben die Determinante 11,
  • die Streckung (2001,5)\begin{pmatrix} 2 & 0 \\ 0 & 1{,}5 \end{pmatrix} entlang der Achsen multipliziert jeden Flächeninhalt mit ihrer Determinante, also mit 33,
  • die Spiegelung (−1001)\begin{pmatrix} -1 & 0 \\ 0 & 1 \end{pmatrix} an der yy-Achse hat die Determinante −1-1: Der Flächeninhalt bleibt 11, aber die Fahne ist gespiegelt,
  • bei parallelen Spalten wie (10,5)\begin{pmatrix} 1 \\ 0{,}5 \end{pmatrix} und (21)\begin{pmatrix} 2 \\ 1 \end{pmatrix} ist die Determinante 00, und die Ebene fällt auf eine Gerade zusammen,
  • dreh mit den Reglern eine Spalte über die andere hinweg: Genau in dem Moment, in dem beide auf einer Geraden liegen, ist die Determinante 00. Danach hat sie das andere Vorzeichen, und die Fahne ist umgeklappt.

Die Definition

Die Matrix als Abbildung. Die Matrix M=(abcd)M = \begin{pmatrix} a & b \\ c & d \end{pmatrix} bildet jeden Vektor der Ebene so ab:

M(xy)=(ax+bycx+dy).M\begin{pmatrix} x \\ y \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} ax + by \\ cx + dy \end{pmatrix}.

Die Koordinaten des Bildvektors berechnest du nach der Regel „Zeile mal Spalte“: Du multiplizierst die beiden Einträge einer Zeile mit den passenden Koordinaten des Vektors und addierst die Produkte.

In den Spalten stehen die Bilder von e₁ und e₂. Setzt du e1e_1 ein, erhältst du die erste Spalte mit den Einträgen aa und cc. Setzt du e2e_2 ein, erhältst du die zweite Spalte mit bb und dd. Jeder Vektor lässt sich als x e1+y e2x\,e_1 + y\,e_2 schreiben, also gilt

M(xy)=x(ac)+y(bd).M\begin{pmatrix} x \\ y \end{pmatrix} = x\begin{pmatrix} a \\ c \end{pmatrix} + y\begin{pmatrix} b \\ d \end{pmatrix}.

Um die Abbildungsmatrix einer linearen Abbildung aufzustellen, bestimmst du deshalb die Bilder von e1e_1 und e2e_2 und schreibst sie als Spalten nebeneinander.

Linearität. Eine solche Abbildung ist linear: M(u⃗+v⃗)=Mu⃗+Mv⃗M(\vec{u} + \vec{v}) = M\vec{u} + M\vec{v} und M(ku⃗)=k Mu⃗M(k\vec{u}) = k\,M\vec{u} für jede Zahl kk. Mit k=0k = 0 folgt daraus, dass der Ursprung fest bleibt. Eine Gerade mit dem Stützvektor p⃗\vec{p} und dem Richtungsvektor d⃗\vec{d} besteht aus den Punkten mit den Ortsvektoren p⃗+td⃗\vec{p} + t\vec{d}. Ihre Bilder sind Mp⃗+t Md⃗M\vec{p} + t\,M\vec{d}. Das ist wieder eine Gerade, jetzt mit dem Richtungsvektor Md⃗M\vec{d}, oder ein einzelner Punkt, wenn Md⃗=0⃗M\vec{d} = \vec{0} ist. Parallele Geraden haben parallele Richtungsvektoren, also sind auch ihre Bilder parallel, solange sie nicht auf Punkte zusammenschrumpfen.

Die Determinante. Die Zahl

det⁡M=ad−bc\det M = ad - bc

heißt Determinante von MM. Ihr Betrag ∣det⁡M∣|\det M| ist der Flächeninhalt des Parallelogramms, auf das das Einheitsquadrat abgebildet wird. Dieses Parallelogramm wird von den beiden Spaltenvektoren aufgespannt. Alle anderen Flächeninhalte werden mit demselben Faktor multipliziert: Eine Figur mit dem Flächeninhalt AA hat ein Bild mit dem Flächeninhalt ∣det⁡M∣⋅A|\det M| \cdot A. Das Vorzeichen verrät noch mehr:

  • det⁡M>0\det M > 0: Die Figuren behalten ihre Orientierung,
  • det⁡M<0\det M < 0: Die Figuren werden gespiegelt, ihre Orientierung kehrt sich um,
  • det⁡M=0\det M = 0: Die Spalten sind parallel (linear abhängig), und die Ebene wird auf eine Gerade oder einen Punkt zusammengedrückt. Diese Abbildung lässt sich nicht umkehren - MM ist nicht invertierbar.

Verkettung zweier Abbildungen. Wird erst die Abbildung mit der Matrix AA und danach die mit der Matrix BB ausgeführt, so gehört zu dieser Verkettung die Matrix BABA. Die zuerst ausgeführte Matrix steht rechts, weil sie zuerst auf den Vektor wirkt: B(Ax⃗)=(BA)x⃗B(A\vec{x}) = (BA)\vec{x}. Die Reihenfolge spielt eine Rolle, denn im Allgemeinen ist BA≠ABBA \ne AB. Bei der Verkettung multiplizieren sich auch die Determinanten: det⁡(BA)=det⁡B⋅det⁡A\det(BA) = \det B \cdot \det A.

Beispiel 1: das Bild eines Dreiecks und sein Flächeninhalt

Die Matrix M=(21−13)M = \begin{pmatrix} 2 & 1 \\ -1 & 3 \end{pmatrix} bildet das Dreieck mit den Ecken O(0∣0)O(0 \mid 0), A(2∣0)A(2 \mid 0) und B(0∣1)B(0 \mid 1) ab. Bestimme das Bilddreieck und seinen Flächeninhalt.

Schritt 1. Das Bild von A berechnen

Wir multiplizieren MM nach der Regel „Zeile mal Spalte“ mit dem Ortsvektor von AA. Der Ursprung OO bleibt dabei fest.

M(20)=(2⋅2+1⋅0−1⋅2+3⋅0)=(4−2)\begin{aligned} M\begin{pmatrix} 2 \\ 0 \end{pmatrix} &= \begin{pmatrix} 2 \cdot 2 + 1 \cdot 0 \\ -1 \cdot 2 + 3 \cdot 0 \end{pmatrix} \\ &= \begin{pmatrix} 4 \\ -2 \end{pmatrix} \end{aligned}

Schritt 2. Das Bild von B berechnen

Der Ortsvektor von B(0∣1)B(0 \mid 1) ist e2e_2, sein Bild ist also die zweite Spalte von MM.

M(01)=(13)M\begin{pmatrix} 0 \\ 1 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 1 \\ 3 \end{pmatrix}

Schritt 3. Die Determinante berechnen

Wir ziehen vom Produkt der Hauptdiagonale das Produkt der Nebendiagonale ab.

det⁡M=2⋅3−1⋅(−1)=6+1=7\begin{aligned} \det M &= 2 \cdot 3 - 1 \cdot (-1) \\ &= 6 + 1 \\ &= \boxed{7} \end{aligned}

Schritt 4. Den Flächeninhalt bestimmen

Das Dreieck OABOAB ist bei OO rechtwinklig und hat die Katheten 22 und 11, also den Flächeninhalt 11. Die Matrix multipliziert jeden Flächeninhalt mit 77.

A△=12⋅2⋅1=1A△′=7⋅1=7\begin{aligned} A_{\triangle} &= \tfrac{1}{2} \cdot 2 \cdot 1 = 1 \\ A'_{\triangle} &= 7 \cdot 1 = 7 \end{aligned}

Antwort

Das Bilddreieck hat die Ecken O(0∣0)O(0 \mid 0), A′(4∣−2)A'(4 \mid -2) und B′(1∣3)B'(1 \mid 3) und den Flächeninhalt 77. Weil die Determinante positiv ist, wird das Dreieck nicht gespiegelt.

Beispiel 2: die Matrix einer Drehung um 90°

Bestimme die Matrix der Drehung um den Ursprung um 90°90° gegen den Uhrzeigersinn.

Schritt 1. Das Bild von e₁ bestimmen

Eine Vierteldrehung gegen den Uhrzeigersinn dreht e1e_1 von der positiven xx-Achse auf die positive yy-Achse.

e1=(10)→(01)e_1 = \begin{pmatrix} 1 \\ 0 \end{pmatrix} \to \begin{pmatrix} 0 \\ 1 \end{pmatrix}

Schritt 2. Das Bild von e₂ bestimmen

Dieselbe Drehung dreht e2e_2 von der positiven yy-Achse auf die negative xx-Achse.

e2=(01)→(−10)e_2 = \begin{pmatrix} 0 \\ 1 \end{pmatrix} \to \begin{pmatrix} -1 \\ 0 \end{pmatrix}

Schritt 3. Die Bilder als Spalten schreiben

Das Bild von e1e_1 wird die erste Spalte, das Bild von e2e_2 die zweite.

R=(0−110)\boxed{R = \begin{pmatrix} 0 & -1 \\ 1 & 0 \end{pmatrix}}

Schritt 4. Die Determinante prüfen

Eine Drehung ändert keinen Flächeninhalt und spiegelt nichts, ihre Determinante muss also 11 sein.

det⁡R=0⋅0−(−1)⋅1=1\det R = 0 \cdot 0 - (-1) \cdot 1 = 1

Antwort

R=(0−110)R = \begin{pmatrix} 0 & -1 \\ 1 & 0 \end{pmatrix}. Sie bildet den Punkt (x∣y)(x \mid y) auf (−y∣x)(-y \mid x) ab, das heißt: Jeder Punkt wird um eine Vierteldrehung gegen den Uhrzeigersinn um den Ursprung gedreht.

Jetzt du

Eine lineare Abbildung bildet e1e_1 auf (12)\begin{pmatrix} 1 \\ 2 \end{pmatrix} und e2e_2 auf (−11)\begin{pmatrix} -1 \\ 1 \end{pmatrix} ab. Stell ihre Abbildungsmatrix auf, berechne den Bildpunkt von P(2∣3)P(2 \mid 3) und gib an, was die Abbildung mit Flächeninhalten macht.

Hinweisanzeigen

In den Spalten stehen die Bilder von e1e_1 und e2e_2. Der Ortsvektor von P(2∣3)P(2 \mid 3) ist 2e1+3e22e_1 + 3e_2.

Lösungversuch es zuerst selbst

Schritt 1. Die Bilder als Spalten schreiben

Das Bild von e1e_1 wird die erste Spalte, das Bild von e2e_2 die zweite.

N=(1−121)\boxed{N = \begin{pmatrix} 1 & -1 \\ 2 & 1 \end{pmatrix}}

Schritt 2. Den Bildpunkt berechnen

Weil der Ortsvektor von PP gleich 2e1+3e22e_1 + 3e_2 ist, nehmen wir die erste Spalte zweimal und die zweite dreimal.

N(23)=2(12)+3(−11)=(24)+(−33)=(−17)\begin{aligned} N\begin{pmatrix} 2 \\ 3 \end{pmatrix} &= 2\begin{pmatrix} 1 \\ 2 \end{pmatrix} + 3\begin{pmatrix} -1 \\ 1 \end{pmatrix} \\ &= \begin{pmatrix} 2 \\ 4 \end{pmatrix} + \begin{pmatrix} -3 \\ 3 \end{pmatrix} \\ &= \begin{pmatrix} -1 \\ 7 \end{pmatrix} \end{aligned}

Schritt 3. Die Determinante berechnen

Die Determinante zeigt, was mit den Flächeninhalten passiert.

det⁡N=1⋅1−(−1)⋅2=1+2=3\begin{aligned} \det N &= 1 \cdot 1 - (-1) \cdot 2 \\ &= 1 + 2 \\ &= 3 \end{aligned}

Antwort

N=(1−121)N = \begin{pmatrix} 1 & -1 \\ 2 & 1 \end{pmatrix}, und P(2∣3)P(2 \mid 3) wird auf P′(−1∣7)P'(-1 \mid 7) abgebildet. Jeder Flächeninhalt wird mit 33 multipliziert, und weil die Determinante positiv ist, wird nichts gespiegelt.

Typische Fehler

  • Zeilen statt Spalten. Die Bilder von e1e_1 und e2e_2 gehören in die Spalten der Matrix. Schreibt man sie als Zeilen, wird aus der Drehung (0−110)\begin{pmatrix} 0 & -1 \\ 1 & 0 \end{pmatrix} die Matrix (01−10)\begin{pmatrix} 0 & 1 \\ -1 & 0 \end{pmatrix} - eine Drehung in die Gegenrichtung.
  • „Die Reihenfolge ist egal.“ Nimm die Drehung RR um 90°90° gegen den Uhrzeigersinn und die Spiegelung F=(100−1)F = \begin{pmatrix} 1 & 0 \\ 0 & -1 \end{pmatrix} an der xx-Achse. Erst drehen, dann spiegeln ergibt FR=(0−1−10)FR = \begin{pmatrix} 0 & -1 \\ -1 & 0 \end{pmatrix}, die Spiegelung an der Geraden y=−xy = -x. Erst spiegeln, dann drehen ergibt RF=(0110)RF = \begin{pmatrix} 0 & 1 \\ 1 & 0 \end{pmatrix}, die Spiegelung an der Geraden y=xy = x.
  • „Eine negative Determinante bedeutet einen negativen Flächeninhalt.“ Flächeninhalte sind nie negativ. Bei det⁡M=−2\det M = -2 verdoppelt sich jeder Flächeninhalt, und die Figuren werden gespiegelt.
  • „Nur die Nullmatrix hat die Determinante 0.“ Die Matrix (2110,5)\begin{pmatrix} 2 & 1 \\ 1 & 0{,}5 \end{pmatrix} enthält keine einzige Null, und trotzdem ist ihre Determinante 2⋅0,5−1⋅1=02 \cdot 0{,}5 - 1 \cdot 1 = 0. Ihre Spalten sind parallel, deshalb drückt sie die Ebene auf eine Gerade zusammen.

In der Oberstufe und im Studium

Wie viel Platz Matrizen in der Oberstufe bekommen, hängt vom Bundesland ab. Im baden-württembergischen Bildungsplan 2016 für Mathematik am Gymnasium tauchen sie nur als Schreibweise auf: Das Gaußverfahren für lineare Gleichungssysteme soll man auch in Matrixschreibweise durchführen können. Der sächsische Lehrplan für das Gymnasium hat dagegen im Grund- und im Leistungskurs einen eigenen Lernbereich Matrizen mit sechs Unterrichtsstunden. Dort schreiben die Schülerinnen und Schüler lineare Gleichungssysteme in Matrizenschreibweise und lösen sie. Sie multiplizieren Matrizen und zeigen an Beispielen, dass das Kommutativgesetz dabei nicht gilt. Als weiteres Einsatzbeispiel nennt der Lehrplan unter anderem die Drehung geometrischer Objekte in der Ebene und im Raum. Die Determinante kommt in keinem der beiden Pläne vor.

Im Studium gehören lineare Abbildungen, Abbildungsmatrizen und Determinanten zur Linearen Algebra, einer der beiden Grundvorlesungen, mit denen das Mathematikstudium normalerweise beginnt. Im offenen Wikiversity-Kurs zur Linearen Algebra kommt die Determinante nach den linearen Abbildungen und wird dort auch geometrisch gedeutet: Ihr Betrag ist das Volumen des Parallelotops, das die Spaltenvektoren aufspannen. In der Ebene ist das ein Parallelogramm und sein Volumen der Flächeninhalt - wie auf dieser Seite.

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Teste dein Wissen

Auf welchen Vektor bildet die Matrix (3012)\begin{pmatrix} 3 & 0 \\ 1 & 2 \end{pmatrix} den Vektor e2e_2 ab? Gib die Spitze des Bildvektors an.

Eine Figur hat den Flächeninhalt 33. Welchen Flächeninhalt hat ihr Bild unter der Matrix (2314)\begin{pmatrix} 2 & 3 \\ 1 & 4 \end{pmatrix}?

Eine Matrix hat die Determinante −2-2. Was passiert mit dem Flächeninhalt und mit den Figuren?

Auf welchen Punkt bildet die Matrix (1203)\begin{pmatrix} 1 & 2 \\ 0 & 3 \end{pmatrix} den Punkt (2∣1)(2 \mid 1) ab?

Für welches kk drückt die Matrix (2k13)\begin{pmatrix} 2 & k \\ 1 & 3 \end{pmatrix} die Ebene auf eine Gerade zusammen?

Karteikarten zum Wiederholen

Dreh eine Karte um und gib an, ob du die Antwort wusstest. Karten, die noch nicht sitzen, kommen ans Ende des Stapels. Warum es sich lohnt, sie dir in ein paar Tagen noch einmal vorzunehmen, erklärt der Ratgeber Verteilte Wiederholung.

Karteikarten

  1. Auf welchen Punkt bildet die Matrix (abcd)\begin{pmatrix} a & b \\ c & d \end{pmatrix} den Punkt (x∣y)(x \mid y) ab?

    Auf den Punkt (ax+by∣cx+dy)(ax + by \mid cx + dy).
  2. Was steht in den Spalten einer 2×22 \times 2-Matrix?

    Die Bilder von e1e_1 und e2e_2: In der ersten Spalte steht das Bild von e1e_1, in der zweiten das Bild von e2e_2.
  3. Wie berechnet man die Determinante von (abcd)\begin{pmatrix} a & b \\ c & d \end{pmatrix}?

    det⁡=ad−bc\det = ad - bc, also das Produkt der Hauptdiagonale minus das Produkt der Nebendiagonale.
  4. Was gibt ∣det⁡M∣|\det M| an?

    Den Faktor, mit dem sich Flächeninhalte ändern. Das Bild des Einheitsquadrats hat den Flächeninhalt ∣det⁡M∣|\det M|, und eine Figur mit dem Flächeninhalt AA hat ein Bild mit dem Flächeninhalt ∣det⁡M∣⋅A|\det M| \cdot A.
  5. Was bedeutet eine negative Determinante?

    Die Figuren werden gespiegelt - ihre Orientierung kehrt sich um. Flächeninhalte werden trotzdem mit ∣det⁡M∣|\det M| multipliziert.
  6. Was bedeutet det⁡M=0\det M = 0?

    Die Spalten sind parallel. Die Ebene wird auf eine Gerade oder einen Punkt zusammengedrückt, und MM ist nicht invertierbar.
  7. Wie lautet die Matrix der Drehung um 90°90° gegen den Uhrzeigersinn?

    (0−110)\begin{pmatrix} 0 & -1 \\ 1 & 0 \end{pmatrix}. Sie bildet (x∣y)(x \mid y) auf (−y∣x)(-y \mid x) ab.
  8. Welche Matrix gehört zu „erst AA, dann BB“?

    BABA - die zuerst ausgeführte Matrix steht rechts. Im Allgemeinen ist BA≠ABBA \ne AB.
  9. Was gilt für det⁡(BA)\det(BA)?

    det⁡(BA)=det⁡B⋅det⁡A\det(BA) = \det B \cdot \det A - die Determinanten der beiden Abbildungen werden multipliziert.

Quellen

Die Fakten auf dieser Seite haben wir anhand dieser Quellen geprüft. Alle dürfen frei weiterverwendet werden: Sie stehen unter einer offenen Lizenz oder sind urheberrechtlich nicht geschützt.

  1. Wikibooks - Mathe für Nicht-Freaks: Lineare Abbildung und darstellende Matrix (die Bilder der Basisvektoren als Spalten, Matrix mal Vektor „Zeile mal Spalte“, Spiegelung an der x-Achse) · CC BY-SA 4.0
  2. Wikiversity - Kurs Lineare Algebra (Osnabrück 2024-2025), Teil I, Vorlesung 16: Die Determinante (ad − bc, der Betrag der Determinante als Volumen des Parallelotops, invertierbar genau dann, wenn det ≠ 0) · CC BY-SA 4.0
  3. Serlo - Drehung mittels Matrizen (Matrix mal Vektor „Zeile mal Spalte“, Drehung um 90°, Bildpunkt P′) · CC BY-SA 4.0
  4. Serlo - Spiegelung an einer Ursprungsgeraden (Matrizen der Spiegelungen an der x-Achse und an y = x) · CC BY-SA 4.0
  5. Serlo - Flächeninhalt eines Dreiecks im Koordinatensystem (Determinante ad − bc, Parallelogramm aus zwei Vektoren, das Vorzeichen hängt von der Reihenfolge ab) · CC BY-SA 4.0
  6. Serlo - Orthogonale Affinität (Streckung in Richtung einer Achse mit der Matrix (1 0; 0 k)) · CC BY-SA 4.0
  7. Bildungsplan 2016 Baden-Württemberg, Gymnasium Mathematik - 3.4.1 Klassen 11/12, Leistungsfach (Gaußverfahren, auch in Matrixschreibweise) · amtliches Werk
  8. Sächsisches Staatsministerium für Kultus - Lehrplan Gymnasium Mathematik, Jahrgangsstufen 11/12, Lernbereich 2: Matrizen (6 Unterrichtsstunden im Grund- und im Leistungskurs, Matrizenmultiplikation, das Kommutativgesetz gilt nicht, Drehung geometrischer Objekte als Einsatzbeispiel) · amtliches Werk
  9. David Austin - Understanding Linear Algebra, 3.4 Determinants (auf Englisch: Flächenfaktor, Orientierung, det(AB) = det A · det B, det = 0 genau dann, wenn die Matrix nicht invertierbar ist) · CC BY 4.0
  10. Ken Kuttler (Lyryx) - A First Course in Linear Algebra, 5.4 Special Linear Transformations in R² (auf Englisch: Drehung um 90°, Spiegelungen, Reihenfolge bei der Verkettung) · CC BY 4.0
  11. Wikipedia - Determinante (orientierter Flächeninhalt des von den Spalten aufgespannten Parallelogramms, invertierbar genau dann, wenn det ≠ 0, Determinantenmultiplikationssatz) · CC BY-SA 4.0
  12. Wikipedia - Abbildungsmatrix (jede Spalte ist das Bild eines Basisvektors, Hintereinanderausführung als Matrizenprodukt) · CC BY-SA 4.0
  13. Wikipedia - Affine Abbildung (Geradentreue und Parallelentreue) · CC BY-SA 4.0
  14. Wikipedia - Drehmatrix (gegen den Uhrzeigersinn, Determinante 1) · CC BY-SA 4.0
  15. Wikipedia - Scherung (Geometrie) (Matrix (1 m; 0 1), der Flächeninhalt bleibt erhalten) · CC BY-SA 4.0

Weitere Erklärungen